| Leistungsdiagnostik |
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In der heutigen Leistungsdiagnostik gibt es mehrere Methoden, um die Leistungsfähigkeit zu testen. Eine der gängigsten Methode ist dabei zum einen der bekannte Conconi Test (benannt nach dem italienischen Professor Francesco Conconi), der zur Überprüfung der Leistungsfähigkeit die Herzfrequenz benutzt und üblicherweise auf einer 400m Bahn durchgeführt wird. Er ist einfach, „unblutig“, günstig, aber leider auch ungenau. Denn zur Bestimmung der anaeroben Schwelle / individuellen Laktatschwelle (höchstmögliche Belastungsintensität, die etwa während 30-60min gehalten werden kann, ohne dass dabei die Laktatkonzentration im Blut um mehr al 1mmol/l steigt) wird nur die Herzfrequenz benutzt. ![]() Eine zweite, sehr verbreitete Methode ist der Laktat Leistungstest, der neben der Herzfrequenz auch das Laktat („Milchsäuresalz“) im Blut und den Borg Wert (individuelles Belastungsempfinden) für die Bestimmung der anaeroben Schwelle gebraucht wird. Die Geräte auf denen der Test üblicherweise durchgeführt wird, sind dabei das Laufband und der Fahrradergometer. Diese Testmethode ist ziemlich genau und im Vergleich relativ preisgünstig. Die dritte Methode ist die Ergospirometrie. Dabei werden zur Bestimmung der individuellen Laktatschwelle neben der Herzfrequenz und der Laktatkonzentration im Blut, zusätzlich noch die Atemgaswerte (Sauerstoff O2 und Kohlendioxid CO2) gebraucht. Diese Testmethode weist eine sehr hohe Genauigkeit auf, ist jedoch kostenintensiv. Ich biete meine Testmethode über die Laktatleistungdiagnostik an, da die Trainingssteuerung sehr zuverlässig und relativ preisgünstig ist. Der Test wird dabei auf dem Fahrradergometer oder Laufband durchgeführt. Er ist daher ideal für alle Läufer, Radfahrer, Dua- und Triathleten, sowie auch für Spiel- und Ausdauersportler jeglicher Art, die wissen wollen wie leistungsfähig sie sind. Was ist Laktat überhaupt?
Laktat („Salz der Milchsäure“) entsteht bei anaeroben (ohne Sauerstoff) Energiegewinnungsprozessen im Muskel und wird danach ins Blut abgegeben, wo die entsprechende Konzentration bestimmt werden kann. In subjektiv lockeren Bereichen sind die Laktatwerte relativ tief, mit zunehmender Belastung steigt jedoch der Gehalt an Laktat im Blut an. Wieso ist ein Laktatstufentest hilfreich? Mittels Laktatstufentest können die individuellen Trainingsintensitäten anhand des entsprechenden Laktats ermittelt werden. Daraus kann die entsprechende Herzfrequenz angegeben werden. Er erlaubt eine präzise Planung und Steuerung des Trainings. Vor dem Test: Bevor Sie sich ins Geschehen stürzen und zeigen können, was Sie drauf haben, werden auf einem sogenannten Athleten Checklistenvorbereitungsblatt Ihre Daten (Körpergrösse, Gewicht, Bestleistung, Trainings, Befinden, etc.) aufgenommen. Dies kann auch in Kombination mit einem kurzen Gespräch mit dem Testleiter geschehen. So weiss man zu einem späteren Zeitpunkt und eventuell einem zweiten Test, wie man sich vorbereitet hat und kann sich dementsprechend für den zweiten Test auch so verhalten. Ein möglicher zweiter Test selber sollte demnach auch so ablaufen wie der erste, damit man möglichst einen genauen und aufschlussreichen Vergleich beider Tests hat und auch die Erkenntnis einer eventuellen Leistungsverbesserung. Dieses Vorgehen nennt man „Standardisierung“. Testablauf: Nachdem alle Daten aufgenommen und gespeichert werden, erhalten Sie einen Herzfrequenzmesser (Pulsgurt), den Sie den ganzen Test über unterhalb der Brust tragen, um Ihre Herzfrequenz online messen und aufzeichnen zu können. Danach dürfen Sie sich aufwärmen (einlaufen auf dem Laufband , einfahren auf dem Fahrradergometer) und auf den Test vorbereiten. Danach wird die Herzfrequenz und das Ruhelaktat mittels eines Laktatmessgerätes gemessen. Der Test kann nun beginnen. > Laufband: Je nach Leistungsvermögen wird ein Test bei 5.4 km/h, 7.2km/h oder 9 km/h begonnen. Eine Stufe dauert 3 Minuten. Nach jeder Stufe muss die Laufbewegung für 30 Sekunden unterbrochen werden, damit der Testleiter dem Athleten einenTropfen Blut entweder am Ohrläppchen oder am Finger zur Bestimmung des Laktats nehmen kann. Ausserdem wird der Athlet aufgefordert seine momentan gefühlte Anstrengung mittels der sogenannten Borg Skala (von 6 = keine Anstrengung bis 20 = maximale Anstrengung) zu bestimmen. Danach kann der Athlet die nächste Stufe in Angriff nehmen, die nun 1.8 km/h schneller ist. Der Athlet setzt seinen Test so lange fort, bis er das Gefühl hat, dass gar nichts mehr geht, d.h. bis er maximal ausgelastet ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob er auf einer Stufe schon 2 Minuten oder nur 10 Sekunden gelaufen ist. > Fahrradergometer: Je nach Leistungsvermögen wird ein Test bei 40, 70, 100 oder 130 Watt begonnen. Eine Stufe dauert 3min. Nach jeder Stufe wird der Widerstand um 30 Watt erhöht (also zum Beispiel von 40 auf 70 Watt). Der Testleiter nimmt dem Athleten nach jeder Stufe entweder am Ohrläppchen oder am Finger einen Tropfen Blut zur Bestimmung des Laktats. Ausserdem wird der Athlet aufgefordert seine momentan gefühlte Anstrengung mittels der sogenannten Borg Skala (von 7 = keine Anstrengung bis 20 = maximale Anstrengung) zu bestimmen. Der Athlet setzt seinen Test so lange fort, bis er das Gefühl hat, dass gar nichts mehr geht, d.h. bis er maximal ausgelastet ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob er auf einer Stufe schon 2 Minuten oder nur 10 Sekunden gelaufen ist. Wichtig beim Laktatstufentest auf dem Fahrradergometer ist, dass der Athlet während des ganzen Testes nicht im Wiegetritt fahren (also nicht stehen) darf. Die Trittfrequenz/Kadenz sollte den ganzen Test durch bei ca. 80-90 Umdrehungen pro Minute (U/Min) bei „normal“ Trainierten und 90-110 U/min bei Fortgeschrittenen/Leistungssportlern liegen. Während des ganzen Testes (ob auf dem Laufband oder Fahrradergometer) wird die Herzfrequenz online aufgezeichnet, damit bei der Testauswertung eine möglichst genaue Mittelung der Herzfrequenz eines Athleten garantiert werden kann. Testvorbereitung: Wichtig ist, wenn man sich für einen Laktatleistungstest entscheidet, dass man sich darauf vorbereitet wie auf einen Wettkampf. Das heisst: > Trainingsvorbelastung: Der Athlet sollte versuchen, die letzten zwei Tage vor dem Leistungstest so zu gestalten, dass er nicht ermüdet zum Test erscheint. > Erholung: Genügend Schlaf in den Nächten vor dem Test und genügend Zeit zur Testdurchführung sind wichtige Voraussetzungen. > Ernährung: Immer etwa die gleichen Ernährungsgewohnheiten in den letzten 48 Stunden vor den Tests zur Konstanthaltung der Glykogenspeicher (kohlenhydratreiche Ernährung). > Motivation: Bei einem unmotivierten Athleten lohnt sich der Arbeitsaufwand nicht. > Tageszeit: Jeweils gleicher Testzeitpunkt (wichtig vor allem bei Wiederholungstests; eventuell je nach üblichem Wettkampfbeginn) wegen den tageszeitlichen Schwankungen. ![]() |





